Projekt: Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin

JDZ Ansicht von außen

Ansicht von außen

JDZ Seminarraum

Mehrzwecksaal, Variante Seminarnutzung

JDZ Bauvorgang

Stahlplatte mit Federelement (Arbeitsvorgang: Hydraulische Anhebung der Platte)


 

Funktionen

Kultur- und Kommunikationszentrum mit Saal für Mehrzwecknutzung, Bibliothek, Verwaltung

Bauherr

Japanisch-Deutsches Zentrum Berlin

Planer

RTW, Reichardt, Temp, Wunderlich, Architekten und Ingenieure, Berlin

Bauzeit

1997-1998

Bauvolumen

12 Mill. DM

Beschreibung des Bauvorhabens

Im Berliner Bezirk Zehlendorf wurde ein ehemaliges amerikanisches Offizierskasino für die Veranstaltungen des Japanisch-Deutschen-Zentrums umgebaut. Diesem Bestandsgebäudewurde ein zweigeschossiger Neubau mit Büro- und Verwaltungsfunktionen hinzugefügt.

Schwerpunkt der bau- und raumakustischen Bearbeitung des Bauvorhabens war ein Mehrzwecksaal (teilbar in zwei Einzelsäle) im Bestandsgebäude mit einem Volumen von ca. 950 m², hohen Anforderungenan Sprachverständlichkeit (Vorträge, Versammlungen, round-table) und der Möglichkeit von Musikdarbietungen.

Im Abstand von 15 m führt an der Saalaußenwand eine U-Bahnlinie im Einschnitt vorbei. Das machte aufwendige Maßnahmen der Luft- und Körperschalldämmung erforderlich. Bei einem geforderten Innenpegel L < 35 dB(A), der bereits einen Kompromiss zwischen notwendigen Anforderungen an Musiksäle und gegebener städtebaulicher Situation darstellt, wurde als bauakustischeMaßnahme eine Raum-in-Raum-Bauweise für den sensiblen Bereich vorgeschlagen. Es wurden vier Varianten erarbeitet. Bei der gewählten Variante wurde aus Kostengründen eine modifizierte Raum-in-Raum-Bauweiseausgeführt.

Konstruktive Maßnahmen:

Im Saalbereich wurde die vorhandene Fundamentplatte entfernt und eine neue - tiefer gelegte - angeordnet. Darüber wurde eine zweite, 22 cm dicke Stahlbetonplatte eingebaut. Sie wurde auf 62 Federelementen gelagert und von umgebenden Bauteilen durch eine körperschalldämmende Fuge getrennt. Auf ihr wurde eine 11 cm dicke Kalksand-Vollsteinwand alszweite (innere) Saal-Schale errichtet, die akustisch von der Dachdeckenkonstruktion getrennt ist.

Zur Vereinfachung und aus Kostengründen wurden für Außenwand und Decke folgende Kompromisslösungen gewählt:

Im Außenwandbereich wurde eine hochschalldämmende einschalige Konstruktion (R´w = 52 dB) vorgesehen, die auf der federnd gelagerten Bodenplatte abgesetzt wird. Für die unter der vorhandenen Dachdecke angeordnete zweite Deckenebene wurde eine Gipskarton-Konstruktion körperschalldämmend gelagert und von den Wänden getrennt angeordnet.

Messungen nach Fertigstellung des Gebäudes bestätigten, dass die entwickelte Lösung einen geeigneten Kompromiss zwischen Aufwand und akustischen Anforderungen fürdieses Bestandsgebäude darstellt.